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Canon EOS R8 II jetzt die beste Reisekamera von Canon?

Canon EOS RP die perfekte Reisekamera. Leicht und gut

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Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle behauptet, die Canon EOS RP sei die beste Reisekamera überhaupt. Dazu stehe ich im Grunde immer noch: Sie ist klein, leicht, hat einen Vollformatsensor und kostet nicht die Welt. Genau deshalb ist sie bei mir in den letzten Jahren fast überall mit hingekommen, vor allem auf Reisen und für Landschaftsaufnahmen.

Jetzt hat Canon die EOS R8 II vorgestellt. Am 15. September kam die Ankündigung, am 20. Oktober soll sie in den Handel kommen. Und ich muss zugeben: Beim Lesen des Datenblatts hatte ich sofort dieses Gefühl, dass der Titel „beste Reisekamera“ gerade den Besitzer wechseln könnte.

Ist das wirklich so? Das schauen wir uns jetzt in Ruhe an.

Vorab ein ehrlicher Hinweis

Die R8 II ist zum Zeitpunkt dieses Beitrags noch nicht im Laden, und ich hatte sie noch nicht selbst in der Hand. Alles, was ich über sie schreibe, stützt sich auf die offiziellen Daten von Canon und auf die ersten ausführlichen Tests, unter anderem von DPReview. Die RP dagegen kenne ich aus eigener Erfahrung. Sobald ich die R8 II ausprobieren konnte, ergänze ich diesen Artikel um meine Eindrücke aus der Praxis.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

Canon EOS RPCanon EOS R8 II
Sensor26,2 MP Vollformat24,2 MP Vollformat
Bildstabilisator im Gehäuseneinja, bis zu 7,5 Blendenstufen
AutofokusDual Pixel CMOS AFDual Pixel CMOS AF II mit Motiverkennung
AF-Joystickneinja
Serienbild5 B/s6 B/s mechanisch, 40 B/s elektronisch
Video4K mit 25p4K bis 60p, aus 6K berechnet, 10 Bit, C-Log 3
Sucher2,36 Mio. Bildpunkte2,36 Mio. Bildpunkte
Monitor3 Zoll, 1,04 Mio. Bildpunkte, schwenkbar3 Zoll, 1,62 Mio. Bildpunkte, schwenkbar
AkkuLP-E17, ca. 250 AufnahmenLP-E17, ca. 270 Aufnahmen (150 mit Sucher)
Speicherkarte1× SD1× SD (UHS-II)
Gewicht (mit Akku und Karte)485 g546 g
Preis bei Marktstart–1.799 € (nur Gehäuse, UVP)

Gewicht und Größe: Hier gewinnt die RP

Fangen wir mit dem an, was auf Reisen wirklich zählt, nämlich dem Gewicht im Rucksack. Die RP wiegt 485 Gramm, die R8 II bringt 546 Gramm auf die Waage. Das sind gut 60 Gramm mehr, und das Gehäuse ist auch ein bisschen höher und tiefer geworden.

Im Alltag fällt das kaum auf. Ein Objektiv wie das Canon EF 24-105 oder ein Tele wiegt ein Vielfaches davon. Trotzdem: Die RP war und ist ein Fliegengewicht, und wer jedes Gramm zählt, bekommt mit der R8 II keine Verbesserung, sondern einen kleinen Rückschritt. Dass das Mehrgewicht vor allem vom eingebauten Stabilisator kommt, macht es erträglicher.

Die R8 II sieht übrigens deutlich anders aus. Sie ist kantiger, schwarz auf schwarz, mit einem neuen Griffmaterial. Die Tester vergleichen sie mit der ersten Sony a7, nur ergonomischer. Mir gefällt das Design auf den Fotos, aber ob der Griff mit meinen Händen gut funktioniert, kann ich erst sagen, wenn ich sie angefasst habe. Wer große Hände hat, sollte wissen: Canon bietet wie schon bei der RP eine Griffverlängerung an.

Bildstabilisator: der wichtigste Grund fürs Upgrade

Die RP hat keinen Bildstabilisator im Gehäuse. Das war nie ein Drama, solange man Objektive mit eingebautem Stabilisator benutzt. Aber sobald man mit einem Objektiv ohne Stabilisator unterwegs ist, wird es bei schlechtem Licht schnell knapp, und genau da gewinnt die R8 II.

Canon verspricht bis zu 7,5 Blendenstufen Ausgleich in der Bildmitte, am Rand 7. Solche Herstellerangaben sind immer ein bisschen optimistisch, das räumen auch die Tester ein. Aber selbst wenn man ein paar Stufen abzieht, bleibt ein großer Gewinn. Für Reisen heißt das: Kirchen und Museen ohne Stativ, Gassen in der Dämmerung, Sonnenuntergänge aus der Hand, lange Belichtungen von Wasserfällen mit einer ruhigen Hand und einer Mauer zum Abstützen.

Dazu kommt ein Punkt, der bei mir persönlich ins Gewicht fällt: Ich fotografiere viel mit adaptierten Objektiven, die selbst keinen Stabilisator haben, zum Beispiel mein Tamron 17-35. An der RP muss ich bei solchen Objektiven selbst für kurze Verschlusszeiten sorgen. Die R8 II stabilisiert sie im Gehäuse mit. Für mich ist das der Hauptgrund, überhaupt über einen Wechsel nachzudenken.

Bildqualität: weniger Megapixel, trotzdem kein Rückschritt

Auf dem Papier sieht es zunächst nach einem Minus aus: 24,2 statt 26,2 Megapixel. In der Praxis sind das Bilder mit 6.000 statt 6.240 Pixeln Breite, also ein Unterschied, den man in keinem Print und auf keinem Bildschirm sieht.

Wichtiger ist der Sensor selbst. In der R8 II steckt dieselbe Sensorgeneration wie in der R8 und der EOS R6 II. Der Sensor der RP stammt aus dem Jahr 2019. Erfahrungsgemäß liefern die neueren Sensoren von Canon mehr Reserven in den Schatten und weniger Rauschen bei hohen ISO-Werten. Gerade bei Landschaftsaufnahmen mit hartem Gegenlicht ist das spürbar. Hier muss ich aber ehrlich sein: Einen direkten Bildvergleich von RP und R8 II aus eigener Hand habe ich noch nicht, und den würde ich vor einem Kauf auch gern selbst sehen.

Eine Einschränkung teilen sich beide Kameras: Die kürzeste Verschlusszeit mit mechanischem Verschluss liegt bei 1/4000 Sekunde. Wer bei strahlendem Sonnenschein mit offener Blende fotografiert, braucht dann den elektronischen Verschluss oder einen Graufilter.

Autofokus: eine Generation Abstand, die man merkt

Der Autofokus der RP war zu seiner Zeit gut, aber er ist inzwischen sechs Jahre alt. Die R8 II bekommt den aktuellen Dual Pixel CMOS AF II. Er erkennt Menschen, Tiere und Fahrzeuge, verfolgt Motive hartnäckiger als der Vorgänger und arbeitet laut Canon bis zu −7,5 EV. Bei der RP sind es −5 EV. Dazu kommt, und das hört sich nach einer Kleinigkeit an, ein AF-Joystick auf der Rückseite. Wer einmal mit einem Joystick den Fokuspunkt verschoben hat, will nicht mehr über den Touchscreen tippen.

Für Reisefotografie heißt das: Spielende Kinder auf dem Marktplatz, ein Vogel im Geäst, ein Zug bei der Einfahrt, das alles klappt mit der R8 II verlässlicher. Bei Landschaften ist der Unterschied deutlich kleiner. Ich fotografiere überwiegend Landschaft und Städte, da hätte die RP ihre Stärken ohnehin nicht ausgespielt. Wer aber auch Menschen oder Tiere fotografiert, wird den Fortschritt sofort sehen.

Ein Hinweis aus dem Test: Der Tracking-Modus der R8 II zeichnet einen größeren Rahmen um das Motiv und überstimmt dann die gewählte AF-Feldgröße. Für sehr genaue Punkte, etwa die Blüte einer einzelnen Pflanze, sollte man das im Hinterkopf haben.

Serienbild und Pre-Capture

Mit 5 Bildern pro Sekunde bei der RP kommt man bei Reisemotiven weit, schnelle Action ist aber nicht ihr Revier. Die R8 II schafft mit dem elektronischen Verschluss bis zu 40 Bilder pro Sekunde, mechanisch sind es 6. Dazu gibt es eine Pre-Capture-Funktion, die schon eine halbe Sekunde vor dem Druck auf den Auslöser aufnimmt. Das ist für spontane Momente brauchbar, zum Beispiel wenn ein Vogel abhebt. Im Test hielt der Puffer bei Raw und JPEG gemeinsam etwa 78 Aufnahmen durch, nur mit JPEG waren es 175. Für mich ist das ein nettes Extra, aber keine Kaufentscheidung.

Bedienung, Sucher und Monitor

Der Sucher bleibt gleich: derselbe OLED-Sucher mit 2,36 Millionen Bildpunkten wie in der RP und der R8. Wer sich einen großen Sprung erhofft hat, wird enttäuscht sein, vergleichbare Kameras von Nikon und Sony bieten hier mehr. Ich komme mit dem Sucher der RP sehr gut zurecht und würde das nicht als Problem sehen.

Der rückseitige Monitor ist dagegen besser geworden: 1,62 Millionen Bildpunkte statt 1,04 Millionen, weiterhin voll schwenkbar. Neu ist auch der Joystick, und die SD-Karte sitzt nicht mehr im Akkufach, sondern seitlich am Griff. Das ist auf dem Stativ ein echter Vorteil, weil man die Karte tauschen kann, ohne die Kamera von der Schnellwechselplatte zu nehmen.

Ein Kritikpunkt: Der Schalter für Aus, Foto und Video ist jetzt ein einziger Dreistufenschalter. Laut Test schießt man beim Einschalten leicht über das Ziel hinaus und landet im Videomodus. Das ist Gewöhnungssache, aber es zeigt, dass nicht alles an der neuen Kamera ein Fortschritt ist.

Video

Ich fotografiere zwar hauptsächlich, aber bei Reisen laufen oft kurze Clips mit. Bei der RP war Video eher eine Zugabe: 4K nur mit 25 Bildern pro Sekunde, und mit einem deutlichen Bildausschnitt. Die R8 II schafft 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde, aus 6K-Material heruntergerechnet und ohne Crop, dazu 10 Bit und Log-Profile. Mit dem Stabilisator im Gehäuse sehen Videoaufnahmen aus der Hand außerdem ruhiger aus. Wer Reisevideos dreht, bekommt hier einen echten Sprung. Wer nur fotografiert, kann das Kapitel überspringen.

Akku: Das größte Problem bleibt

Beide Kameras nutzen denselben kleinen Akku, den LP-E17. Die R8 II schafft nach CIPA-Norm etwa 270 Aufnahmen mit dem Monitor und nur 150 mit dem Sucher. Das ist wenig, und die Tester kritisieren es deutlich. Die Zahlen aus dem Datenblatt sind meist pessimistisch, in der Praxis kommt man oft auf das Doppelte. Trotzdem gilt für beide Kameras: Ein Ersatzakku gehört auf jede Reise. Geladen wird über USB-C, eine Powerbank hilft also unterwegs.

Dazu eine Karte mit einem einzigen Steckplatz. Das war bei der RP so, und es ist bei der R8 II so. Wer wichtige Bilder doppelt sichern möchte, braucht eine größere Kamera.

Objektive: Was du hast, bleibt nutzbar

Beide Kameras haben das RF-Bajonett. Mit dem EF-EOS-R-Adapter funktionieren auch alte EF-Objektive weiter, und das ist bei der R8 II sogar besser als bei der RP, weil der Stabilisator im Gehäuse sie mit abdeckt. Wer schon RF-Objektive hat, kann sie einfach mitnehmen.

Der Test weist darauf hin, dass Canon für den RF-Anschluss kaum Autofokus-Objektive von Drittherstellern erlaubt. Das gilt aber genauso für die RP, ist also kein Argument für oder gegen einen Wechsel.

Preis

Die R8 II kostet als Gehäuse 1.799 Euro (UVP), im Kit mit dem RF 24-50 mm sind es 2.199 Euro. Das ist mehr als die ursprüngliche R8, die weiterhin im Programm bleibt und aktuell bei rund 1.400 Euro liegt. Die RP gibt es neu kaum noch, gebraucht ist sie dagegen sehr günstig zu haben. Wer also vor allem sparen will, fährt mit einer gebrauchten RP oder der normalen R8 weiterhin gut. Wer das Beste aus dem Einstiegssegment will, zahlt für die R8 II ihren Preis, bekommt aber Stabilisator, Joystick und den besseren Autofokus.

Für wen lohnt sich welche Kamera?

Die RP bleibt eine gute Wahl, wenn du ohnehin mit stabilisierten Objektiven reist, hauptsächlich Landschaft und Architektur fotografierst und mit dem zufrieden bist, was du hast. Wer sie gebraucht kauft, bekommt für wenig Geld eine Vollformatkamera, die auch 2026 noch ordentliche Bilder macht.

Die R8 II lohnt sich, wenn du häufig aus der Hand bei wenig Licht fotografierst, mit Objektiven ohne Stabilisator arbeitest, Menschen und Tiere vor die Linse bekommst oder auch Video drehst. Für Einsteiger ins Vollformat ist sie meiner Meinung nach aktuell die sinnvollste Canon-Kamera.

Wenn du eine RP besitzt und zufrieden bist, musst du nichts tun. Die R8 II ist ein gutes Upgrade, aber kein Muss.

Fazit

Ist die Canon EOS R8 II die beste Reisekamera? Nach allem, was ich bis jetzt gelesen habe, ja, mit zwei Einschränkungen. Der Stabilisator im Gehäuse, der bessere Autofokus, der Joystick und die deutlich stärkeren Videofunktionen machen sie zu einer rundum besseren Kamera als die RP. Im Gegenzug ist sie schwerer, teurer, und der kleine Akku bleibt eine Schwachstelle, an der Canon leider nichts geändert hat.

Für mich persönlich wiegt der Stabilisator am schwersten. Bei den vielen Aufnahmen, die ich in der Dämmerung und in dunklen Innenräumen mache, wird er den Unterschied machen. Ob die R8 II meine RP am Ende ersetzt, entscheide ich aber erst, wenn ich sie ausprobiert habe. Die RP war die beste Reisekamera ihrer Zeit. Die R8 II hat gute Chancen, es jetzt zu werden.

Sobald ich sie in den Händen halte, gibt es hier den Praxisbericht.

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