Canon EOS RP 2026: Lohnt sie sich noch? Mein Erfahrungsbericht als Reisefotograf

Seit Ende 2021 ist die Canon EOS RP meine ständige Reisebegleiterin. Damals hat sie meine alte EOS 6D abgelöst, und in einem früheren Beitrag habe ich sie zur perfekten Reisekamera erklärt. Inzwischen ist die Kamera Jahrgang 2019, sie läuft Berichten zufolge aus, und mit der Canon EOS R8 II ist gerade eine deutlich modernere Vollformatkamera für Einsteiger erschienen.
Also die ehrliche Frage: Kann man die EOS RP im Jahr 2026 noch empfehlen? Hier ist mein Erfahrungsbericht aus Sicht eines Reisefotografen, der überwiegend Landschaft und Städte fotografiert und dabei meist mit der Familie unterwegs ist.

Größe und Gewicht: Warum die RP auf Reisen so viel Spaß macht
Die EOS RP wiegt mit Akku und Karte 485 Gramm und ist nur etwa 13 × 8,5 × 7 Zentimeter groß. Das klingt nach Datenblatt, aber am Ende eines Reisetags merkt man den Unterschied. Wenn die Kamera stundenlang beim Stadtbummel, auf Ausflügen oder am Hafen um den Hals hängt, zählt jedes Gramm. Und wenn man mit der Familie unterwegs ist, trägt man ohnehin schon genug.
Zum Vergleich: Die neue EOS R8 II bringt 546 Gramm auf die Waage, also gut 60 Gramm mehr, und das Gehäuse ist etwas größer geworden. Das ist nicht dramatisch, aber bei mir heißt der Wunsch seit Jahren: so klein und leicht wie möglich, ohne auf den Vollformatsensor zu verzichten. Genau das liefert die RP. Alle Details zum Vergleich findest du in meinem Beitrag Canon EOS R8 II gegen EOS RP.
Die Folge im Alltag: Die RP kommt bei mir fast immer mit, auch bei kurzen Spaziergängen, bei denen ich eine größere Kamera eher zu Hause lassen würde. Und eine Kamera, die dabei ist, macht die besseren Bilder als die im Schrank.

Der Akku: auf Reisen kein Nachteil
Der meistgenannte Kritikpunkt an der RP ist der kleine Akku. Der LP-E17 schafft nach CIPA-Norm etwa 250 Aufnahmen. Auf dem Papier ist das wenig, mir macht es im Reisealltag trotzdem nichts aus, und zwar aus drei Gründen:
- Die Akkus sind klein und leicht. Ein paar Ersatzakkus wiegen kaum etwas und passen in jede Jackentasche. Ich habe immer zwei Ersatzakkus dabei, und sie sind kleiner und leichter als die größeren Akkus meiner früheren EOS 6D.
- Das Gehäuse spart mehr Gewicht, als die Ersatzakkus wiegen. Gegenüber einer Spiegelreflexkamera wie meiner alten EOS 6D trägt die RP deutlich weniger. Zwei zusätzliche Akkus fallen dagegen kaum ins Gewicht.
- Geladen wird per USB-C. Abends kommen die leeren Akkus ans Kabel, und unterwegs hilft zur Not eine Powerbank.
Dasselbe gilt für die R8 II: Sie nutzt denselben Akku und schafft laut Datenblatt kaum mehr Aufnahmen. Der kleine Akku ist also kein Argument für den Wechsel.
Bildqualität und Objektive: genau das, was ich auf Reisen brauche
Mit 26,2 Megapixeln auf einem Vollformatsensor liefert die RP für Blog, Fotobuch und Prints völlig ausreichende Dateien. Im Vergleichstest von digitalkamera.de schneidet sie bis ISO 6.400 gut ab. Bei Landschaften und Städten im guten Licht, also dem Großteil meiner Reisebilder, fehlt mir nichts.
Dazu kommt das RF-Bajonett mit dem EF-EOS-R-Adapter: Alle EF- und EF-S-Objektive laufen an der RP uneingeschränkt weiter. Bei mir ist das Tamron 17-35 mm f/2.8-4 das Alltagsobjektiv, dazu habe ich immer ein 70-300 im Gepäck. Wer von einer Spiegelreflexkamera kommt, kann seine Objektive also behalten. Mehr dazu in meinen Beiträgen zum Canon EF 24-105 f/4 L und zu DSLM oder DSLR.
Auch der Wetterschutz ist für eine Einsteigerkamera ordentlich: Laut Test sitzt das Kunststoffgehäuse auf einem Leichtmetallkäfig und ist gut abgedichtet. Ein Freibrief für Dauerregen ist das nicht, für einen Schauer unterwegs reicht es aber.

Die ehrlichen Nachteile der EOS RP
Perfekt ist die RP nicht, und 2026 merkt man ihr das Alter an. Das stört mich:
- Kein Bildstabilisator im Gehäuse. Mein Tamron 17-35 hat keinen eigenen Stabilisator. In der Dämmerung oder in dunklen Innenräumen muss ich deshalb selbst für kurze Verschlusszeiten sorgen. Die R8 II stabilisiert auch solche Objektive im Gehäuse.
- Autofokus von 2019. Bei Landschaften fällt das nicht auf. Bei spielenden Kindern, Tieren oder Fahrzeugen merkt man, dass die R8 II mit ihrem neueren Dual Pixel CMOS AF II verlässlicher arbeitet.
- Nur 5 Bilder pro Sekunde. Für Reisemotive reicht das, für schnelle Action nicht.
- Video eher als Zugabe. 4K gibt es nur mit 25 Bildern pro Sekunde und deutlichem Bildausschnitt. Ich filme kaum, für Reisevideos ist die RP aber nicht die beste Wahl.
- Ein Kartenslot im Akkufach. Es gibt keine automatische Sicherheitskopie, und auf dem Stativ ist der Kartenwechsel umständlich. Deshalb sichere ich meine Bilder jeden Abend, wie ich es in Fotos auf Reisen sichern beschreibe.
- Ältere Sensorgeneration. Neuere Canon-Sensoren haben mehr Reserven in den Schatten und rauschen bei hohen ISO-Werten weniger. Bei hartem Gegenlicht ist das ein Vorteil der neuen Kameras.
Welche dieser Punkte wirklich zählen, hängt davon ab, was du fotografierst. Für mich mit Landschaft, Städten und Familienfotos sind es eher Kleinigkeiten, für Sport, Tiere und Video dagegen echte Ausschlusskriterien.
Was kostet die EOS RP 2026?
Stand: 23. Oktober 2026. Canon führt das Gehäuse im deutschen Shop noch, das Kit mit RF 24-240 mm gibt es dort nicht mehr. Die RP läuft Berichten zufolge aus, neu wird sie deshalb eher knapper als günstiger.
| Zustand | Richtwert | Hinweis |
|---|---|---|
| Neu (nur Gehäuse) | ca. 700 € | Zuletzt gesehen bei einem Händler auf eBay für 708,99 €. Auf Garantie und Rückgaberecht achten. |
| Gebraucht (privat) | ca. 440 bis 500 € | Auf Zustand, Auslösungen und Zubehör achten. Mit Adapter und Ersatzakkus wird es entsprechend teurer. |
| Zum Vergleich: EOS R8 II | 1.799 € (UVP, nur Gehäuse) | Mein Vergleich: R8 II gegen RP |
Für wen lohnt sich die EOS RP 2026?
Die RP passt zu dir, wenn …
- du vor allem Reisen, Landschaft, Städte und Familienausflüge fotografierst,
- dir Größe und Gewicht wichtig sind,
- du günstig ins Vollformat einsteigen willst, am besten mit einer gebrauchten Kamera,
- du schon EF-Objektive besitzt und sie weiter nutzen möchtest.
Besser nach etwas anderem schaust du, wenn …
- du viel filmst oder bewegte Motive wie Kinder beim Spielen, Tiere oder Sport fotografierst,
- du oft bei wenig Licht mit Objektiven ohne Stabilisator arbeitest,
- du ein Budget von deutlich über 1.000 € hast. Dann lohnt sich ein Blick auf die R8 II, die ich hier verglichen habe.
Mein Fazit
Die EOS RP ist 2026 kein Technikwunder mehr, und die R8 II ist in fast allen Punkten die bessere Kamera. Für mich als Reisefotograf zählt trotzdem etwas anderes: Die RP ist klein, leicht und liefert gute Bilder. Der kleine Akku stört mich nicht, weil die Akkus selbst klein und leicht sind. Gebraucht empfehle ich sie für Reisen und Landschaft uneingeschränkt, neu nur, wenn das Budget wirklich bei etwa 700 € endet.
Ob ich irgendwann selbst auf die R8 II wechsle, entscheide ich, wenn ich sie in der Hand hatte. Sobald es so weit ist, berichte ich hier.
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